CLUBS IN MITTE

Die Ansprüche an unsere Stadt sind vielschichtig. Zwischen dem Anspruch einer touristischen Metropole und den Ansprüchen der Bewohnerinnen und der Bewohner an ihr Lebensumfeld gibt es einen weiten Raum. In einigen Fällen gibt es jedoch auch Spannungsfelder. Eines dieser Spannungsfelder ist die Clubszene in Mitte, die sich insbesondere in und um die Spandauer Vorstadt konzentriert. Hier ist eine "Frontlinie", an der sich die "Kontrahenten" scheinbar unvereinbar gegenüberstehen: Auf der einen Seite stehen die Freizeitbedürfnisse der Berlinerinnen und Berliner sowie Touristen und "Pub Crawler". Auf der anderen Seite stehen die Ruhebedürfnisse der Bewohner/innen der Kieze und die Kinderwagenschiebenden Mütter und Väter, die sich durch die ausufernde Kneipenaußenbestuhlung kämpfen müssen.

Der Clubszene hat sich seit einigen Jahren die ClubCommission angenommen.  Sie versteht sich als "Sprachrohr der Berliner Clubszene" und kämpft nun seit dem Jahr 2000 gegen das Bezirksamt Mitte um den Erhalt und die Ausweitung der Club-, Bar- und Diskothekenszene in Mitte. Schreckensszenarien von einer sterbenden Stadt werden heraufbeschworen, wenn die Verwaltung und Politik in Mitte versucht die verschiedenen Interessen in Übereinstimmung zu bringen. Die florierende Clubszene zeigt, dass Totgesagte länger leben.

 

Und auch wenn wir in Mitte (natürlich) der "Mittelpunkt der Welt" sind, zeigen die Probleme in den "Randbezirken", dass hier ebenfalls die Ruhebedürfnisse der Anwohner/innen mit dem Freizeitverhalten von Diskothekennutzer/innen kollidieren können.

 

Die Frage ist nun: Wer setzt sich für die Bewohnerinnen und Bewohner ein?

Die Politik von Bündnis 90 / Die Grünen versucht seit Jahren zwischen diesen beiden "Frontlinien" zu vermitteln. Dabei geht es nicht um die Verdrängung der Kneipen, Bars und Clubs, sondern um ein Miteinander der unterschiedlichen Nutzer/innen der Stadt. Die ökonomischen Eigeninteressen oder  Partyansprüche können jedoch nicht die alles entscheidenden Maßstäbe für die Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders sein.

Die Clubkultur ist unbestritten ein wichtiger Lebens-, Kultur- und Wirtschaftsfaktor. Sie muss  jedoch im Kontext einer urbanen Stadt mit weiteren Bedürfnissen an diese Stadt betrachtet werden und nicht isoliert davon. Sie steht gleichberechtigt neben diesen vielfältigen Bedürfnissen der Menschen an ihr Lebensumfeld, ist jedoch kein höherwertiges Gut.

 

WAHLPRÜFSTEINE 2006

Zu den Kommunalwahlen am 17.9.2006 hat die ClubCommission Wahlprüfsteine aufgestellt und die Parteien in der BVV Mitte nach ihren Meinungen befragt. Die Antworten wurden auf der Internetseite der ClubCommission veröffentlicht.

Hier nun die Antworten:

Während neben Bündnis 90 / die Grünen auch die SPD die Notwenigkeit sieht zwischen den Bedürfnissen der Clubs und Bewohner/innen zu vermitteln, stellt sich die FDP klar und einseitig auf die Seite der Clubbetreiber/innen.

Das FDP-Zitat: "In der Praxis bedeutete dies, dass von den Clubbetreibern keine bauliche Maßnahmen und keine teuren Lärmgutachten verlangt werden dürfen, so lange es keine Beschwerden wegen des Lärms gibt." bedarf hierbei keiner weiteren Kommentierung als: "NATIVE GO TO KLEINKLECKERSDORF"

 

Von der CDU und PDS.DieLinke gingen keine Antworten ein. Auch dies bedarf wohl keiner weiteren Kommentierung.

 

 

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Stand: 31.03.07